Kinematografisches Handeln

Rainer Bellenbaum
Kinematografisches Handeln
Von den Filmavantgarden zum Ausstellungsfilm

2013, 180 S. . zahlr. auch farb. Abb. ISBN 978-3-942214-07-0

Nicht erst heutige Handys verfügen über die Möglichkeit, sowohl Bilder aufzunehmen wie auch zu zeigen. Bereits die frühen Kinematographen der Brüder Lumière zeichneten sich durch vergleichbar wechselseitige Funktionen und Qualitäten aus: Bildaufnahme, Filmentwicklung, Projektion.

„Kinematografisches Handeln. Von den Filmavantgarden zum Ausstellungsfilm“ lotet die sich verändernden Strategien und Taktiken kinematografischer Praxis aus. Vom Anliegen der frühen Pioniere, den Film als Sprache zu gebrauchen, über die avantgardistische Reflexion der Produktionsmittel und den seit den 1950er Jahren immer selbstverständlicher und alltäglicher werdenden Umgang mit filmischen Mitteln bis hin zur künstlerischen Referenz auf eine zunehmend von Film und ähnlichen Medien bestimmte Lebenswelt.

„… deswegen ist die hergebrachte Auffassung vom Kino als einem der Industriegesellschaft analogen Ort der (Re-)Produktion einer Auffassung gewichen, die das Kinematografische als eine Aktivität versteht, die in die verschiedenen Bereiche des Alltags im Sinne seiner situativen Begegnungen und Ereignisse ausgreift.“

Reviews:

– Marc Ries in Camera Austria, Heft Nr. 123 / 2013

– Senta Siewert: An der Peripherie des Kinos. Experimentelle Bewegtbilder, in Zeitschrift  für Medienwissenschaft, Heft 09 (2 / 2013)

Inhalt
Vorbemerkung 9

Kinematografie und Handlungsmodelle
Akteure des Kinematografischen 13
Arbeiten, Herstellen, Handeln – Hannah Arendt 18
Insert: Dorit Margreiter, Alexandre Promio und Jean-Luc Godard 21
Das Kinematografische: Imagination und Vorstellung
– Jacques Lacan 26
Produktion und Sprache – Die Entstehung des Kinos
als Krise des Nationalstaates 30
Actualité und Local Film – die Brüder Lumière 34
Handeln als Umverteilung von Arbeit – Edwin S. Porter 37
Die Konditionierung des Films als Sprache – David Wark Griffith 41
Die Dauer und Standardisierung der Filme 45
Das kommunikative Handlungsmodell – Jürgen Habermas 50

Die Reflexion der Produktionsmittel 55
Abstraktion und Vexierspiel – Hans Richter, Viking Eggeling 57
Das Ereignis der Maschine – Fernand Léger, Dudley Murphy 61
Zeit-Bild des Fragments – Man Ray 63
Stilbruch und Skandal – Germaine Dulac 66
Surrealismus und Überreaktion – Luis Buñuel, Salvador Dalí 69
Konstruktivismus und Medienspezifität – Dziga Vertov 72
Konstruktivistisch gewendeter Surrealismus – Marcel Duchamp 75
Henri Bergson und Gilles Deleuze 78

Film als Aktivität 83
Anknüpfung an den Surrealismus in den USA – Maya Deren 84
Künstler und Auftraggeber – Joseph Cornell 88
Impulsives und zentriertes Handeln – Stan Brakhage 92
Insert: Geteilte Zeiten. Marie Menken 100
Underground – Andy Warhol 103
Aktivist des Kinos – Jonas Mekas 107
Home Movies: Diaries, Notes & Sketches – also known
as Walden 111
Zwei Avantgarden in Europa? 113
Insert: Aggregatzustände des Realen – Michael Snow 114
Die Richtung des Handelns – Michelangelo Antonioni
und Michael Snow 120
Das Materiell-Sinnliche als Bedingung von Handeln und Sprache
– Jacques Rancière 124
Methodenwechsel und Stil – Jean-Luc Godard, Lars von Trier 127

Migrationen des Kinematografischen 137
Mobilisierung des Zuschauers 139
Immobilisierung des Bildes 141
Zwischen dargestellter und darstellender Produktion
– Harun Farocki 142
Insert: Zwischen den Gesichtern 145
Kanalisierung – Maurizio Lazzarato 150
Videoinstallation und Archiv – Angela Melitopoulos 153
Vom Zeit-Bild zum Ausstellungsfilm 160
Zeit-Bilder einer hybriden Gegenwart – Omer Fast 161
Aktivismus, Interventionismus – Yael Bartana 167

Schlusswort 175

Fussnoten 178
Danksagung 185
Bildnachweis 186

xx

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